Presse [Schwäbische Zeitung 13. Februar 2006]
Jasmin Kolberg und Freunde im Göppinger Blumhardt-Haus

Die Klarinette schnauft, die Marimba säuselt


Ein wunderbares Konzert erlebten die Besucher am Sonntag im
Blumhardt-Haus. Die Perkussionistin Jasmin Kolberg rief vier
herausragende Musiker an ihre Seite, und das Miteinander der
herrlichen Klänge verzauberte ein hingerissenes Publikum.

GÖPPINGEN • Jasmin Kolberg bewegt sich geschmeidig hinter ihrem Marimbaphon. Sie scheint die wundersam warmen Töne herbei zu tanzen. In Vorbereitung auf ein internationales Musikfestival in der Schweiz hat Kolberg sich mit renommierten Musikern zusammengetan. Die Vorpremiere dieser faszinierenden Zusammenarbeit durften 220 Zuhörer im Göppinger Blumhardt-Haus miterleben.

Den Libertango von Piazzolla gibt sie allein mit ihrem Marimbaphon. Dann gesellt sich Gavriel Lipkind mit seinem Violoncello dazu. Wie der Wind die Blätter zum Rauschen bringt, so umschmeicheln Kolberg und Lipkind ihre Instrumente. Das Cello badet in Melancholie, das Marimbaphon lächelt es wieder heraus. Die beiden Instrumente führen einen berauschenden Dialog. Claudio Puntin an der Klarinette und Henrik Mumm am Kontrabass treten dazu. Das ‚‚Zapping Trio’’ entsteht, und man sieht beim Hören drei ausgelassene Freunde durch Straßen schlendern. Es folgt eine Tango-Suite mit Kolberg und Ulrich Schlummberger am Akkordeon, so sinnlich wie der Tango selbst. Beim daherstiebenden Kalimbob gibt Henrik Mumm mit seinem Bass den Halt. Klarinette, Marimbaphon und Bass ziehen das Publikum mit einem Allegretto Moderato in eine andere Welt. Der Sog ist unbeschreiblich. Puntin schnauft und bläst, tönt und flüstert mit seinem Instrument. Die Marimba säuselt verführerisch, der Bass sorgt wieder für festen Boden unter den Füßen. Piazzollas Grand Tango mit Kolberg und Lipkind am Cello treibt die Schönheit der Melancholie auf den Gipfel.

Zum Schluss eine Komposition vom Klarinettisten Puntin, die alle fünf herausragenden Musiker auf der Bühne vereint. Die Zugaben, die das hingerissene Publikum einfordert, sind fulminant. Einzig die Erklärung Jasmin Kolbergs, es sei genug und man könne gerne am Marimbaphon probieren und bei Gebäck und Getränk noch mit den Musikern plaudern, lässt das Tosen des Beifalls abklingen.

Andrea Maier

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