Presse [16. April 2004 Ostsee Zeitung Kultur / Medien]
Philharmonisches Konzert war grandios
Von Michael Baumgartl

Rostock (OZ) Es war ein besonders interessantes Programm, mit dem sich die Norddeutsche Philhamonie Rostock im 8. Philharmonischen Konzert am Wochenende an die Zuhörer wandte: Neben einer romantischen Sinfonie erklangen gleich zwei zeitgenössische Werke an einem Abend im Großen Haus des Volkstheaters! Nur wenige derjenigen Konzertbesucher, die sonst den Saal füllen, blieben deswegen ablehnend zu Hause. Und dies völlig zu Unrecht, denn wie der junge japanische Gastdirigent Tetsuro Ban das norddeutsche Temperament der Philharmoniker zu entfesseln und zu glutvoller Leidenschaftlichkeit zu führen mochte, das war grandios. Ganz ohne Verlust an Präzision, und die Musiker gaben ihr Bestes.
  Gleich das erste Werk, das Konzert für Schlagzeug und großes Orchester des im vergangenen Jahr verstorbenen Bertold Hummel,

komponiert 1978, dirigierte Ban mit faszinierender Genauigkeit und Intensität. Dabei stand gar nicht er, sondern die junge Schlagzeugsolistin Jasmin Kolberg ganz im Mittelpunkt des Werks. Wo die Komposition die Dauer von vier umfangreichen Sätzen nicht immer wirklich erfüllen konnte, da wurde ihre Interpretation zu einem Kunstwerk , das Bewegung und Klang vollständig ineinander verschränkte. Als wäre der Solopart für die Beweung ihres anmutigen Körpers gemacht, so ließ sie den schnellen Tausch der Schlägel, den Wechsel von einem Instrument zum anderen, vom Pianissimo auf Tamtam oder Vibraphon zu einem beihnahe tänzerisch durchchoreographierten Ablauf werden. Immer wieder, wenn die Musik die Aufmerksamkeit nicht binden konnte, wurde das Auge von diesem Tanz gefesselt.
   Bedeutend weniger Aufwand in Umfang und Besetzung treibt der Japaner.......

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