Presse [Reutlinger Generalanzeiger 19. November 2007]
Marimba-Solistin Jasmin Kolberg spielt Stücke von Bach bis Piazolla sowie eigene Kompositionen

Zauberhafte Musik


MÜNSINGEN. Ein mit vielerlei Preisen ausgezeichneter Star auf den Bühnen der Welt und dennoch gar nicht abgehoben, so präsentierte Jasmin Kolberg in Münsingen bei ihrem Konzertabend unter dem Motto „Animato“. Ihr breit gefächertes Repertoire umfasste viele verschiedene Musikstile von Transkriptionen Bachs und Debussys über Piazolla, moderne Literatur bis hin zu Eigenkompositionen. Jasmin Kolberg war der Einladung der Gesellschaft der Musikfreunde gefolgt, die dieses Konzert in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule veranstaltete.

Der Klang der Marimba, dieses uralten  Instruments, schlug die Konzertbesucher spontan in seinen Bann. Mit ihren tiefen, warmen Tönen ist die Marimba hervorragend dazu geeignet, die Zuhörer emotional zu erreichen.

Mit ihrer Musikalität und ihren poetischen Interpretationen begeisterte Jasmin Kolberg ihre Zuhörerschaft. In einer anregenden Moderation führte sie durch das Programm und in die Geschichte des Instrumentes.

Mit Claude Debussy, „Doctor Gradus ad Parnassum“, einer notengetreuen Transkription eröffnete sie den Abend virtuos und einfühlend in die impressionistisch glitzernde Klangwelt. Meditativ introvertiert folgte „Virginia Tate“ von Paul Smadbeck. Die Virtuosin empfahl selbst in ihrer Ansage, Klänge zu erleben, in die man sich hineinfallen lassen kann, die entspannen und wärmen.

Und dann interpretierte sie hoch konzentriert, mit klarem Sinn für das polyphone Geflecht die Fuge aus der Sonate g-Moll für Violine solo von Johann Sebastian Bach. Im totalen Kontrast dazu konnte das Publikum afrikanische Trommelrhythmen erleben vom verhaltenen Beginn bis hin zum ekstatischen Crescendo. (Matthias Schmitt, „Ghanaia“)

Der Höhepunkt: "Insomnia"

Jasmin Kolbergs Eigenkomposition „Insomnia“ geriet zweifelsohne zum Höhepunkt. Burma Gongs und Kuhschelle dienten als Percussion und ergänzten den somnambulen Klangrausch auf ganz individuelle Weise.

Anschließend forderte die Künstlerin die Besucher zum Mitmachen auf. Die „Memories of the Seashore“ des japanischen Komponisten Keiko Abe brauchten die Untermalung  von Meeresrauschen. Es entstand durch die Bewegung kleiner Kügelchen auf Trommelfell, das in den Reihen der Zuhörer weiter gereicht wurde. Ein toller Effekt! Ein Tango von Piazolla durfte nicht fehlen. Rhythmisch prägnant, tänzerisch elegant, stilsicher tänzerisch!

Der anhaltende Applaus forderte Zugaben. Die schönste Zugabe allerdings war die Aufforderung an das Publikum, auf die Bühne zu kommen und das besondere Instrument selbst auszuprobieren. Ein gelungener, anregender und entspannender Abend“!  (elk)

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