Presse [Stereoplay März 2002]

Klassische Perkussionisten haben es schwer. Wenig althergebrachte "Original" - Kompositionen, dafür viel neutönerisches Abschreckungsmaterial. Stimmt längst nicht mehr: Vom Jazz, aus Südamerika und Ostasien inspiriert, ist den Klöppelkünstlern längst eine Menge Brillantes in die flinken Finger geschrieben worden. Und sie greifen auch selbst zur Feder, um Altmeisterliches auf ihre Instrumente anzupassen. Wie die exzellente Marimbaphonistin Jasmin Kolberg (Jahrgang 1974), ausgebildet bei den besten Adressen ihres Fachs und ganz offensichtlich ein echte Könnerin. Das zeigen nicht nur ihre vier Bach-Bearbeitungen, sondern auch das klug gewählte Rest-Programm ihrer Debut-CD. Sie wiedersteht der Versuchung, nur ein virtuoses Feuerwerk abzubrennen, sondern begeistert mit herrlich variablem Spieel, da die vielen Facetten ihres mal schwebend-impressionistisch, mal knackig-präzis klingenden Instruments bestens zum Ausdruck bringt. Und dank ihrer Partner kommen noch genug weitere farbig-phantasievolle Sound-Varianten ins Spiel.

Lothar Brandt

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